Seeenregion (Chile/Argentinien)

Wir rollen viele Kilometer, um am Lago Villarino gemeinsam mit Schweizern Älplermakronen zu kochen, campen inmitten Araukarien und staunen über die Farbenpracht, welche uns die eisenhaltigen Seen und Flüsse bieten. An Beats Geburtstag gönnen wir uns ein Schlammbad und schlemmen ganz nach argentinischer Art. Beim Überqueren eines Grenzpasses zwischen Chile und Argentinien treffen wir auf ein Festival und essen leckeres Cordero.

Route: Los Antiguos, Esquel, Lago Villarino, Alumine, Batea Mahuida, Loncopue, Caviahue, Copahue, Paso Pichachén, Laguna del Laja, Bulnes, Paso Pehuenche,

 

Viele Kilometer (Esquel)

Nach den tollen Erlebnissen am Kirschenfestival zieht es uns zügig nach Norden. Zum einen der Sonne entgegen und zum andern haben wir die Gegend um El Bolson bereits bei unserer Fahrt in den Süden erkundet. Unsere Flüge für den Heimaturlaub sind gebucht, somit heisst es nun Kilometer gut machen, um die verbleibende Zeit bis März in Central Chile und Argentinien zu verbringen. Wir rollen auf der geteerten Route 40 und legen so in nur 2 Tagen fast 1’000 Kilometer zurück.

 

Schweizer-Treffen (Lago Villarino)

Ein zweites Mal biegen wir bei Bariloche auf die sieben Seen Route ein. Im Unterschied zu unserem letzten Aufenthalt am Lago Villarino vor vier Monaten, schneit es nun nicht mehr. Es herrschen angenehm sommerliche Temperaturen, was eine Heerschar von vorwiegend argentinischen Gästen anzieht, das obligate „Asado“ wird begleitet von unterschiedlich lauter Musik. Egal, wir geniessen es und freuen uns, endlich Celine und Dani (www.break-a-way.net) aus dem Baselbiet kennen zu lernen. Bereits einige Male haben wir uns geschrieben und uns hier verabredet. Zu unserer grossen Freude treffen kurze Zeit später auch unsere Reisefreunde Alice und Köbi ein. So viele Schweizer auf einem Platz, da bietet es sich an, ein Feuer zu machen und gemeinsam leckere Älplermakronen zu kochen.

 

Inmitten Araukarien (Alumine)

Gemeinsam mit Alice und Köbi fahren wir weiter nordwärts und verlassen kurz nach San Martin de los Andes die Teerstrasse. Eine kurvenreiche Schotterpiste führt uns entlang dem Rio Aluminé, welcher das sonst so trockene Gebiet begrünt.

Rund um Alumine leben noch traditionelle Mapuche, Bewohner, welche zurzeit auf chilenischer Seite vom Papst besucht werden. Gegen ein kleines Entgelt fahren wir zum Vulkan Batea Mahuide, von wo aus wir wandernd die Aussicht auf den grünen Kratersee geniessen. Wir staunen über die Pflanzen, welche sich farbenfroh in der steinigen Landschaft rund um den Kraterrand entfalten.

Unter schattenspendenden Araukarien campen wir ein weiteres Mal in freier Natur. Aufs Feuern verzichten wir heute, da es sehr trocken ist und wir einen Brand vermeiden wollen.

 

Vulkanlandschaften und eisenhaltige Gewässer (Caviahue)

Die Landschaft bleibt karg und einzigartig. Am Lago Caviahue trauen wir unseren Augen fast nicht. Das stark eisenhaltige Wasser färbt die Steine am Ufer orange, rot und braun. Die Sonne lässt diese Steine richtig leuchten. Schnell ist klar, hier schlagen wir unser Nachtlager auf. Nach getaner Servicearbeit am Friedli in schönster Umgebung, kühlen wir uns im glasklaren See ab, auch wenn wir nach dem Baden etwas „rostig“ riechen. Dem abendlichen Gewitter schauen wir bei einem Gläschen Wein in Nachbars „Röno“ zu und geniessen ein spektakuläres Farbenspiel.

Nur dank dem Hinweis von anderen Reisenden finden wir den einzigartigen Salto del Agrio. In keinem uns bekannten Reiseführer wird dieser erwähnt. Es handelt sich um einen tosenden Wasserfall, welcher aus 60 m Höhe in einen grünlich schimmernden Pool stürzt und von orangefarbenen Felsen und Steinen gesäumt ist.

 

50. Geburtstag im Schlamm (Copahue)

Wie die Zeit doch vergeht. Vor drei Jahren feierten wir in Spanien, vor zweien auf der Baja California in Mexico und letztes Jahr auf den Galapagosinseln. Jedes Jahr fragen wir uns, ob dies noch zu toppen ist? Dieses Jahr feiert Beat ja nicht irgend einen Geburtstag,  sondern seinen 50-igsten. Den Tag starten wir gemütlich mit Rösti, Speck und Spiegelei und feinem, selbstgebackenem Brot aus Alice’s Backstube. Wir befinden uns mitten in einer aktiven Vulkanlandschaft und geniessen den Sonnenschein bei einem Glas Sekt. Anschliessend geht es zu Fuss ins Thermalbad von Copahue. Aus Sicherheitsgründen muss hier zuerst ein Gesundheitscheck ausgefüllt werden. Danach reiben wir uns gegenseitig mit Vulkanschlamm ein. Das macht richtig Spass. Das darauffolgende Einweichen im körperwarmen Wasser soll die Haut (passend zum Geburtstag) schützen vor dem Altern! Nach genau 20 Minuten werden unsere Namen ausgerufen, damit wir auch ja nicht zu lange den schwefelhaltigen Dampf einatmen. Zum Nachtessen gibts ein typisch argentinisches Chiva „Ziege“. Nach diesem gelungenen Geburtstag heisst es bereits wieder Abschied nehmen von Alice und Köbi. Sie werden weiter nach Chile fahren und wir halten immer Kurs Richtung Norden. Danke an dieser Stelle an Alice und Köbi, dass ihr gemeinsam mit uns Beats Geburri gefeiert habt.

 

Unvorbereiteter Grenzübertritt (Paso de Pichachén)

Wir fahren über 200 km Schotterstrasse zum Paso Pichachén und kommen besser vorwärts als geplant. So entscheiden wir spontan, am Nachmittag noch die Grenze nach Chile zu überqueren. Normalerweise essen wir unsere Früchte auf, kochen das restliche Gemüse und verstauen heikle Dinge wie Gewürze, Käse und Fleisch vor einem Grenzübergang. Nicht aber dieses Mal. Wir sind wohl noch so fasziniert von der rauen Vulkanlandschaft, dass wir ohne Vorbereitung zum abgelegenen Zoll fahren. Und prompt erwischen wir eine pflichtbewusste Grenzbeamtin, welche unsere Kisten mit Nahrungsmitteln genau unter die Lupe nimmt. Auch Bettys trauriges Gesicht ändert die Tatsache nicht, dass sie unseren Honig, sowie den offenen Quinoa konfisziert und fein säuberlich in Plastiksäcke verpackt, um alles vor unseren Augen im Mülleimer zu deponieren. Nur zehn Kilometer weiter gelangen wir in eine schwarze Vulkanlandschaft rund um den Vulkan Antuco, was uns diese Misere schnell vergessen lässt. Als dann bei unserem Übernachtungsplatz auch noch ein Gaucho mit Pferd und seinen Hunden Halt macht, ist die Welt wieder in bester Ordnung.

 

Zu Gast am Festival (Paso Pehuenche)

Nach einer Wanderung im Parque las Lajas machen wir uns auf den Weg ins chilenische Weinanbaugebiet. Auf dem kleinen Weingut Vina Chillan, welches von Schweizern geführt wird, nehmen wir an einer Führung durch die Reben teil und degustieren im Weinkeller einige feine Tröpfchen. Im dazu gehörigen Restaurant essen wir leckere selber hergestellte Pasta und übernachten mitten in dem Rebgut (ist ja kein Berg, da alles flach ist). Am nächsten Tag fahren wir bereits wieder Richtung Argentinien. Den Dieseltank füllen wir an der letzten Tankstelle vor dem Grenzübertritt, da dies in Chile billiger ist als in Argentinien und es doch über 200 km dauert bis zur nächsten Tankstelle. Beiläufig erwähnt der Tankwart, dass auf dem Grenzpass ein Festival statt finde. Während Friedli sich schnaufend das 110 km lange Tal hinauf kämpft, erblicken wir ein seltenes Phänomen. An einem ca. 80 m hohen Wasserfall peitschen heftige Windböen das Wasser bis zu dreissig Meter in die Höhe. Am chilenischen Grenzposten erkundigen wir uns dann, ob es auch für uns möglich ist, die Zollformalitäten zu erledigen, am Festival teilzunehmen, welches auf der geografisch exakten Grenze stattfindet und erst 1-2 Tage später über den 80 km entfernten argentinischen Zoll einzureisen. „No Problemo“ Wir fahren entlang der stahlblauen Lagune Maule und verbringen nochmal eine Nacht ohne laute Musik und Rauch direkt am Wasser.  Am Morgen fahren wir weiter bis auf den Paso Pehuenche, wo sich das Festgelände des „Encuentran Chile y Argentina“, was so viel heisst wie Zusammentreffen von Chile und Argentinien, befindet. Vor 57 Jahren haben sich hier vier Gauchos beider Nationen getroffen und sich ausgetauscht. Seither wurden es jedes Jahr mehr. Heute kampieren ca. 6000 Personen auf dem Grenzpass, zelebrieren Musikkonzerte und Tanzvorführungen und grillieren traditionelles Cordero „Schaf“ am Metallschwert. Für uns eine willkommene Möglichkeit, Land und Leute besser kennen zu lernen.

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