Peninsula Valdés (Argentinien)

In nur kurzer Zeit legen wir viele Kilometer zurück, um in aller Ruhe für drei Wochen die südlichen Glattwale aus nächster Nähe zu beobachten. Von unseren Stellplätzen direkt am Meer geniessen wir das Schauspiel und können uns kaum satt sehen und hören.

Route: Asunsión, Santa Fe, Rosario, Bahia Blanca, Viedma, El Cóndor, San Antonio Este, Puerto Madryn, Playa Canteras, Puerto Piramides, Playa Pardelas

 

Friedli, der „Kilometerfresser“ (Bahia Blanca)

Während den Walbeobachtungstouren auf der Baja California  (Mexico Feb. 2016) haben uns Andy und Karin bereits vorgeschwärmt, dass diese auf der Peninsula Valdés (Argentinien) sogar direkt vom Fahrzeug aus beobachtet werden können. Nach unserem etwas längeren Aufenthalt in Paraguay, wollen wir nun auf dem schnellsten Weg von Asunción Paraguay nach Valdés (2’700 km) gelangen. Die meist schnurgeraden Strassen sind gut ausgebaut und führen uns durch unendlich scheinende Landwirtschaftsflächen, die durch starke Regenfälle teils unter Wasser stehen. Die Fahrtage sind kurzweilig. Wir fragen uns gegenseitig Spanischwörter ab und machen stündlich einen Fahrerwechsel, um nicht zu ermüden. Abends suchen wir uns jeweils eine geeignete Tankstelle zum übernachten, kochen etwas Kleines und legen uns schlafen, um  wieder fit zu sein für die nächsten Kilometer.  Mit 766 gefahrenen Kilometern an nur einem Tag legen wir sogar unseren neuen Tagesrekord hin. Nach drei Tagen erreichen wir in Bahia Blanca die Ostküste und sehen seit längerem den Atlantik wieder.

 

35`000 Felsensittiche (El Condor)

Ab hier nehmen wir es wieder etwas gemütlicher und gelangen mit der Überquerung des Rio Colorado nach Patagonien. Der Wind nimmt zu und die Temperaturen sinken spürbar. Stirnband, Daunenjacke und Handschuhe sind ab sofort ständige Begleiter. Der Küste entlang fahren wir nach El Condor, wo an der Steilküste der älteste Leuchtturm Argentiniens thront. In seinem Vorgarten entdecken wir vier Uhus, welche in Erdlöchern hausen und sich sogar fotografieren lassen. Bekannt ist dieses kleine Küstendorf aber vor allem wegen der weltweit grössten Felsensittich-Kolonie. Während der Brutzeit nisten in den Felswänden ca. 70`000 Tiere. Wir parken direkt auf den Klippen und bewundern das Naturschauspiel aus nächster Nähe. Die „gwundrigen“ Sittiche lassen sich im Wind treiben und unterhalten sich lautstark, so zumindest erscheint es uns. Ein weiteres besonderes Schauspiel spielt sich kurz vor dem Eindunkeln ab. Tausende Sittiche verlassen ihre Felshöhlen und nehmen ihren Schlafplatz auf den Stromleitungen entlang der Strasse ein.

 

Blasgeräusche der Glattwale (Playa Canteras)

Eine 180 km lange Schotterpiste führt uns weiter entlang der Küste und kurzzeitig sogar durch ein Dünengebiet bis nach San Antonio Oeste. Von hier geht es direkt zu unserem Zielort Puerto Madryn. In der Hafenstadt bunkern wir so viele  Nahrungsmittel wie möglich und füllen den Wassertank randvoll.  Bereits während der Fahrt zur Playa Canteras, welches sozusagen der Eingang zur Peninsula Valdés ist, erspähen wir erste Wale im Golfo Nuevo. Kaum parkiert, führen uns Bruno & Renate (www.pepamobil.ch) in das Leben der Wale ein. Wir können uns kaum satt sehen, wie genüsslich sich die Wale auf den Rücken legen und mit ihren Jungtieren quasi „Muki-Turnen“ absolvieren. Unser Stellplatz liegt direkt am Meer, so hören wir nachts neben dem Rauschen der Wellen die eindrücklichen Blasgeräusche der Wale. Die Parkwächter informieren uns laufend über den aktuellen Stand der Tiere. Dieses Jahr soll die grösste der drei sich abwechselnden Gruppen in der Bucht sein, aktuell tummeln sich bereits über 1000 Erwachsene und 200 Jungtiere in der Bucht. Und es werden täglich mehr! Auch andere Overländer, welche wir alle bereits von früheren Treffen kennen, trudeln nach und nach an der Küste ein, so dass 10 Tage im Fluge vergehen.

 

Aug in Aug mit den Walen (Playa Pardelas)

Uns zieht es weiter raus in das eigentliche Tierschutzgebiet Peninsula Valdés, welches zum Unesco Weltnaturerbe gehört und 3’600 km2 umfasst. In der Nähe von Puerto Piramides, des einzigen Dorfes im Schutzgebiet, an der Playa Pardelas, dürfen sich Overländer an den Strand stellen. Bei Flut schwimmen die Wale bis zu 5 m an der Felsplatte vorbei im glasklaren Wasser. So kommen die Masse von 12-18 m Länge und das Gewicht von 30-45 Tonnen erst richtig zur Geltung. Beim Anblick, wie sie scheinbar schwerelos durchs Wasser gleiten, bekommen wir das ein oder andere Mal Gänsehaut. Während die Weibchen mit ihren Kälbern Runden in der Bucht drehen, ist auf der andern Seite der Bucht oft ein wildes Plätschern zu hören. Es schäumt und spritzt nur so im Wasser. Ab und an hört man ein lang gezogenes Röhren und sieht Schwanzflossen wild durch die Luft gestikulieren. Dabei handelt es sich um Paarungen und wir sind live dabei.

Eines Morgens steht Betty ganz vorne auf der Kante und  schaut ins Wasser. Aus dem Nichts taucht vor ihr ein Wal mit seinem Kopf aus dem Wasser und holt lautstark Luft, für einen kurzen Moment bleibt ihr der Atem fast stehen. Er dreht sich und schwimmt direkt auf sie zu, um ihr aus nur zwei Meter Entfernung in die Augen zu sehen.

Einfach unbeschreiblich, dieses Gefühl.

Nach drei unbeschreiblich schönen Wochen schaffen wir den Absprung und verlassen diesen einmaligen Ort in Richtung Süden um noch mehr Natur Patagoniens zu sehen.                                                                                          

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