Pantanal (Brasilien)

Während drei Wochen geniessen wir die Tiervielfallt des Pantanals und machen uns zu Fuss, per Fahrzeug und per Boot auf die Spuren der unterschiedlichsten Tiere. Wir sind überrascht über die Anzahl Tukane sowie die Heerscharen von Moskitos und Kaimanen welchen wir hier täglich begegnen.  

Route: Corumba, Estrada Parque, Miranda, Bonito, Pedro Juan Caballero

 

Neue Sprache (Corumba)

Die Ausreise aus Bolivien geht langsam, aber korrekt vonstatten. Dann ist es soweit, wir reisen ein ins grosse Brasilien. Sofort werden wir mit einer neuen Sprache konfrontiert. Portugiesisch klingt für unsere Ohren sehr gewöhnungsbedürftig. Und doch schaffen wir es mit Händen und Füssen sowie unseren Spanischkenntnissen erstmal die Grenzformalitäten zu erledigen. In der nahe gelegenen Grenzstadt Corumba tasten wir uns langsam an die Sprache heran und genehmigen uns einen landestypischen Caipirinha.

 

Mücken und Tukane (Estrada Parque)

Nachdem wir unsere Vorräte aufgefüllt und die erste Nacht auf einem Campground verbracht haben, sind wir bereit, in die Tierwelt des Pantanals einzutauchen. Das riesige Naturparadies Brasiliens ist mit seinen 110'000 km2 grösste ökologische Attraktion. Während der Regenzeit wird das flache Feuchtsavannengebiet vom Rio Paraguay und anderen kleineren Flüssen überschwemmt. Es bilden sich kleine, leicht höher gelegene Inseln, auf denen sich unterschiedlichste Tiere sammeln zum überleben.

Gemeinsam mit Roger, Anita (www.nichtswieweg.ch) und ihrem Mogli (Duro) machen wir uns auf auf die über 100 km lange Piste, die Estrada Parque.

Über eine leichte Hügelkette gelangen wir auf der rotbraunen Naturstrasse, umgeben von saftigem Grün, ins Feuchtgebiet. Jetzt geht es über 80 Holzbrücken und nur auf einem Damm fahrend durch unendliche Weiten. Die ersten sich in der Sonne suhlenden Kaimane mit geöffneten Mündern, lassen nicht lange auf sich warten. Tukane sind hier in einer ungewohnten Fülle vorhanden. Unglaubliche 18 Stück auf nur einem einzigen Baum ist rekordverdächtig. Doch das Fotografieren der Tiere stellt sich als grosse Herausforderung dar. Denn ebenso rekordverdächtig ist die Anzahl der Mücken. Trotz Mückenspray, täglichem Verzehr eines Knoblauchzinggens und, ja, ihr lest richtig, Vitamin B Tabletten, schwirren die kleinen Biester um uns herum. Trotzdem haben wir es für Euch, liebe Leser, fotografisch festgehalten.

Beat wird erfinderisch und zieht sich einen grossen Hut an, stülpt sich das mitgeführte Moskitonetz über den Kopf, bindet das ganze unten zu und legt sich so auf die Pirsch. Wir anderen machen es uns in den Fahrzeugen bequem und verfolgen die Szenerie aus sicherer Distanz hinter den Moskitonetzten. Der überwältigende Sound der Tierwelt, welchen wir in der Dämmerung wahrnehmen, ist gewaltig und entschädigt für die Mückenstrapazen.

                                                                                                        

Nada Chic (Miranda)

Nach zwei Tagen einsamen Fahrens landen wir zurück in der Zivilisation in Miranda. Dank einem Tipp von anderen Reisenden buchen wir eine Zweitagestour bei Marcelo, einem Einheimischen, welcher auf Touren ins Pantanal spezialisiert ist. Bevor wir auf die Suche nach einem Jaguar gehen, lassen wir es uns in seinem Pool einen Tag lang gut gehen und bewundern liegend über unsere Köpfe fliegende Tukane und Ara Papageien.

Auf Marcelos Empfehlung essen wir viel Knoblauch, was die Mücken vertreiben soll und ziehen lange, dünne Kleider an, am besten „Nada Chic“ nichts Schönes, da wir auch durchs Wasser waten werden.

 

Tierspuren hautnah (Estrada Parque)

Nach einem ausgiebigen Frühstück beginnt das Abenteuer früh morgens. Marcelo ist Naturbursche durch und durch. Er hat ein grosses Fachwissen über Natur und Tiere des Pantanals. Aus Respekt, oder sagen wir es ganz ehrlich, aus Angst vor Schlangen und Krabbeltieren, gehen wir mit hohen Wanderschuhen und langen Hosen und Hemden ausgerüstet auf den Dschungelwalk. Im Wissen, dass sich hier Kaimane herumtreiben, waten wir knietief durch mit Wasser gefüllte Weiden. Marcelo strahlt Sicherheit aus und ist mit Leib und Seele bei der Sache. So geht er während der ganzen Zeit Barfuss. Seine Sinne sind geschärft und dank ihm und seinen Lockrufen sehen wir so manch bunten Vogel. Schon nach kurzer Zeit entdeckt er eine erste Jaguar Spur und hält uns an, ihm leise zu folgen. Die Konzentration ist ihm ins Gesicht geschrieben. Schon bald hören wir erste Geräusche, die auf einen Jaguar deuten. Fast ohne zu atmen folgen wir ihm schweigend und uns immer umschauend. Ein spezielles Gefühl, zu Fuss im Dickicht  zu sein und zu wissen, dass sich ganz in der Nähe eines dieser grossen Raubtiere befindet. Auch wenn wir das Tier letztendlich nicht zu Gesicht bekommen, es war ein faszinierendes Erlebnis.

           

Aller guten Dinge sind drei (Estrada Parque)           

Am Ende der Tour verabschieden wir uns von Roger, Anita und Elke und Bernd, da sie weiter ins nördliche Pantanal fahren und wir Richtung Süden nach Bonito wollen. Sie übernachten an der von Marcelo empfohlenen Brücke 13, wo die Chancen am grössten sind, den Jaguar zu sehen. Wir nehmen Marcelo und seine Frau Ektha mit nach Miranda und gönnen uns ein kühles Bad in seinem Pool. Einen Tag später erhalten wir die freudige Nachricht von Roger und Anita, dass sie den Jaguar wirklich sehen konnten. Kurz entschlossen fahren wir ein drittes Mal zurück ins Mückenparadies Estrada Parque zur besagten Brücke und beobachten die Umgebung. Infolge starken Regenfalls sind die Spuren des Jaguars gut sichtbar. Die Grösse und Tiefe der Abdrücke beeindrucken uns sehr. Doch weder unser frühes Aufstehen um fünf Uhr, noch die gute Aussicht aus dem Dachfenster von Friedli führen zum gewünschten Ergebnis. Nach drei weiteren tollen Tagen in der Natur verlassen wir das Pantanal, ohne den Jaguar selber gesehen zu haben. So bleibt die Hoffnung bestehen,  diesem Tier irgendwo auf der Welt doch noch zu begegnen.                                                   

 

Planänderung (Bonito)                                                                                                 

In Bonito werden wir auf dem Campground von zwei unterschiedlichen Ara Papageien empfangen, welche lustig für uns posieren. Hier buchen wir eine Floatingtour im Rio Prata, welcher als der dritt klarste Fluss weltweit gilt. Ausgerüstet mit Schnorchel und Taucherbrille lassen wir uns mitten im Dschungel flussabwärts treiben und fühlen uns wie in einem Aquarium. Während der Einführung am Start klärt uns unser Guide auf, dass es neben den farbigen Fischen auch Anakondas und Tapire haben könne, welche sich ab und an im Fluss aufhalten. Auf Beats Frage was zu tun sei, wenn wir eine Anakonda sehen, antwortet er mit einem Lächeln, mach Fotos, Selfies seien jedoch weniger zu empfehlen. Gar nicht so unglücklich, der Anakonda nicht begegnet zu sein, steigen wir nach ca. 5 Kilometern aus dem Wasser.

 

Unplanmässig fahren wir kurzentschlossen nach Paraguay, von wo wir ein Packet in die Schweiz senden müssen und auf dessen Rücksendung warten wollen. Mit dem Camping eines Schweizer Auswanderers finden wir ein schönes Plätzchen, wo wir direkt auf dem Platz Spanischunterricht nehmen können und Friedli auf Hochglanz poliert wird                                                                                                      

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