Ecuador

Gebündelte Traditionen in Otavalo und Salinas, steile Treppen  in Quito, das Überqueren des Äquators in Cayambe, atemberaubende Todesschaukeln und das vergebliche suchen  nach alten Menschen in Vilcabamba machen Ecuador für uns zu einem spannenden Reiseland.

 

Route: Tulcán, Otavalo, Ibarra, Quito, Ibarra, Cayambe, Baños, Salinas, Guayaquil, Machala, Vilcabamba, Macara

 

Samstagsmarkt (Otavalo)

Der Grenzübertritt von Kolumbien nach Ecuador in Tulcan gestaltet sich als kleine Geduldsprobe. Während dem Anstehen in den bis zu 50 m langen Schlangen vor jedem Schalter, unterhalten wir uns mit Einheimischen und erhalten so schon mal den einen oder anderen wertvollen Tipp für Ecuador.  Nach etwas über drei Stunden ist es geschafft und wir legen gleich einen Stopp am aussergewöhnlichen Friedhof von Tulcan ein. Kunstvoll geschnittene Thujahecken zieren endlose Gassen mit bis zu 5 m hohen Figuren. Wir fragen uns, wie viele Menschen wohl damit beschäftigt sind, diese grüne Pracht in Form zu halten. Das frühe Aufstehen am nächsten Morgen zahlt sich gleich doppelt aus. Am traditionellen Viehmarkt von Otavalo feilscht Jung und Alt lautstark um Kühe, Schweine, Hühner oder gar um Meerschweinchen. In der Region um Otavalo leben über 90% indigene Menschen, was unser Fotografenauge sehr schätzt. Die Männer tragen lange, einfache Zöpfe, weisse wadenlange Hosen, Schnürsandalen und dunkle Filzhüte. Die Frauen beeindrucken mit wunderschön bestickten Blusen, langen schwarzen Röcken, Schultertüchern und raffiniert gefalteten Kopfbedeckungen. Wie kleine Kinder saugen wir die Stimmung ein und bewundern die vom Leben gezeichneten Menschen, welche ihre Traditionen leben. Den naheliegenden Warenmarkt durchstöbern wir nach geeigneten Souvenirs, da unser Heimaturlaub langsam aber sicher näher rückt und wir nicht mit leeren Händen in die Schweiz reisen wollen.

 

Frühlingsputz im Winter (Ibarra)                                                                             Planmässig treffen wir Ende November auf der Finca Sommerwind in Ibarra ein,

wo wir Friedli für 6 Wochen parkieren werden, während wir in die Heimat fliegen und gemeinsam mit Familie und Freunden Zeit verbringen. Mit dem vom Besitzer ausgeliehenen Staubsauger werden alle Ritzen staubfrei gemacht und wird Friedli, als Dank für seine treue Begleitung in den letzten Jahren, gründlich geputzt. Dieselfilter werden gewechselt, Reflektorstreifen angebracht und schliesslich wird Friedli liebevoll mit einer Blache zugedeckt, damit er gegen Schmutz und kleine ungewollte Eindringlinge gerüstet ist. Jetzt heisst es nur noch Koffer packen und sich verabschieden. Hasta luego Friedli, machs guet.

                                                                                                     

Steile Treppe mit Top Aussicht (Quito)                                                                               

Per Taxi gelangen wir nach Quito, wo wir noch zwei Nächte in einem Hotel in der Altstadt verbringen, bevor wir von hier in die Schweiz fliegen. Einen ersten Überblick  verschaffen wir uns per Hop-on-hop-off-Bus durch die 1,5 Millionen Stadt und sind froh, dass der sehr dichte Verkehr in den engen Gassen nur die Nerven des Buschauffeurs strapaziert und wir uns ganz auf die alten Gebäude konzentrieren können.

Der Ausblick vom Dach der Kathedrale ist atemberaubend. Der Aufstieg führt zuerst über einen schmalen Brettersteg direkt über den Kuppeln, dabei lässt sich die einfache Bauweise des Daches studieren. Es folgt die wohl steilste Stahltreppe, welche wir je bestiegen haben, hinauf in schwindelnde Höhen.

Jetzt heisst es definitiv, sich für 6 Wochen von Südamerika zu verabschieden. Schweiz, wir kommen... (siehe Reisebericht Heimaturlaub)

  

In der Mitte der Welt (Cayambe)

Nach 6 intensiven Wochen in der Schweiz freuen wir uns darauf, mit Friedli einen weiteren Teil Südamerikas zu erkunden. Nach dem langen Flug benötigen wir erstmals 12 Stunden Schlaf und beginnen unseren Tag wie gewohnt mit einem frisch gebrühten Kaffee. Beat baut die mitgebrachten Ersatzteile ein und abends gibt es ein Barbecue gemeinsam mit anderen Reisenden, bevor wir uns am nächsten Morgen verabschieden, um definitiv wieder „on the Road“ zu sein. Nach einem Abstecher zur Laguna de Cuicocha und einer zweistündigen Wanderung, fahren wir nach Cayambe zum „Mitad del Mundo“, dem Mittelpunkt der Erde. Mit dem GPS kontrollieren wir, ob die eingezeichnete Linie und das Denkmal auch exakt auf dem Äquator liegen, was wir gerne so bestätigen können. Der Anblick vom schneebedeckten 5'700 m hohen Vulkan Caiambe fasziniert uns.

                                                                                                      

Ganzkörper-Einsatz für Fotos (Laguna Quilota)                                                     

Weiter geht es auf der gut ausgebauten Panamericana Richtung Süden. Plötzlich ragt vor uns der  Vulkan Cotopaxi auf, welcher bisher immer im Nebel verhüllt war. Beat nützt schnell die Gelegenheit und fotografiert die Stimmung mit der neu angeschafften Drohne aus der Luft. Dies hat den tollen Nebeneffekt, dass ein naher Hotelbesitzer auf uns aufmerksam wird und uns anbietet, auf seinem Grundstück die Nacht zu verbringen. Von seinem Anwesen aus können wir direkt vier der höchsten Vulkane sehen und vor uns weiden Lamas, was für ein Traumplatz!

Mit einigen tollen Fotos im Gepäck geht es weiter in Richtung tief grüner Lagune Quilota. Diese Lagune liegt in einem Krater mit drei km Durchmesser auf 4'000 MüM. Dies ruft nach einem weiteren Drohneneinsatz, da selbst mit dem Weitwinkelobjektiv nur knapp etwas mehr als die Hälfte der Lagune fotografiert werden kann. Eine etwas unsanfte Landung der Drohne verursacht am Arm von Beat leichte Schürfungen, da er versucht sie abzufangen. Aber Hauptsache die Fotos sind im Kasten!

 

Auf der Todesschaukel (Baños)

Der Vulkan Tungurahua ist schon aus weiter Entfernung zu sehen und ist zugleich unser nächstes Ziel. Dafür geht es durch dichten Verkehr runter auf 1'800 MüM nach Baños. Hier wählen wir eine sehr steile, schmale und kurvenreiche Strasse 600 Höhenmeter den Berg hinauf. Beim Restaurant Ojos del Vulcán werden wir erneut mit einer traumhaften Aussicht belohnt. Als Krönung für unseren sowieso schon tollen Übernachtungsplatz hat das Restaurant zwei sogenannte Todesschaukeln. Die Schaukeln sind so am Abhang positioniert, dass es etwas Mut braucht, sich darauf zu setzen. Ist der erste Schwung jedoch geschafft, macht es riesig Spass, vor dieser einmaligen Kulisse die Seele baumeln zu lassen.

 

Käse in Schweizer Qualität (Salinas)                                      

Für die Weiterfahrt  wählen wir eine spektakuläre Schotterstrasse entlang dem Fusse des Vulkanes Tunguraghua, welche uns direkt zu unserem nächsten Ziel, dem Vulkan Chimborazao führt. Dieser Berg gilt als höchster der Welt!! JA, ihr lest richtig. Der Chimborazao ist zwar nur 6’200 MüM, misst man jedoch die Entfernung vom geometrischen Erdmittelpunkt, ist er weiter entfernt als der Himalaya mit seinen 8’800 MüM. Vor unseren Augen spielt sich einmal mehr eine mystische Szene ab. Der schneebedeckte Berg ist teils in Nebel gehüllt und zeigt sich nur kurze Momente in seiner ganzen Fülle. Während Friedli über den 4'300 m hohen Pass nach Luft hechelt, lassen sich einige freilebende Herden Vicuñas, eine Art kleine Lamas, beobachten. Unseren Übernachtungsplatz wählen wir etwas tiefer auf 3'500 MüM und parken gleich neben einer Schaukäserei. Zu unserer Freude steht bereits ein Schweizer Overlander-Fahrzeug hier. Wir verbringen einen gemütlichen Abend mit Miriam und Thomas  und tauschen rege unsere Erfahrungen aus. Früh morgens bietet sich uns ein besonderes Schauspiel. Einheimische bringen mit ihren Eseln und Lamas die frische Milch zur Käserei. 

 

Gesundes Klima (Vilcabamba) 

Nach unserem Abstecher auf die Galapagos-Inseln (siehe separater Reisebericht) fahren wir nach Guayaquil der Küste entlang durch endlos wirkende (mehrere Quadratkilometer grosse) Bananenplantagen. Dann windet sich die Strasse rauf und runter über eine Hügellandschaften wir fahren oft auf Kreten mit spektakulären Blicken in grüne, intensiv bewirtschaftete Landschaften.Es wechseln sich extreme Gegensätze ab. Von einfachster Kleinstlandwirtschaft, wo steile Hänge von Hand bewirtschaftet werden, zu modernen Städten, wo zweispurige Umfahrungsstrassen mit solarbetriebenen Strassenlaternen von Wohlstand zeugen.Im Städtchen Vilcabamba leben im Verhältnis am meisten 100 jährige Personen auf der Welt. Auch wenn wir keines dieser Exemplare kennen lernen, verbringen wir eine unserer letzten Nächte in diesem gesunden Klima in Ecuador. Bevor wir das Land Richtung Peru verlassen, füllen wir beide Dieseltanks nochmals für umgerechnet 27 Rappen pro Liter. 

 

 

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