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El Salvador

Während 8 Tagen erleben wir El Salvador als fortschrittliches zentralamerikanisches Land, in welchem wir uns gut aufgehoben fühlen durch die hohe Präsenz der freundlichen Touristenpolizei. Die unterschiedlichen Vulkane ziehen uns in ihren Bann und lassen uns die Zeit vergessen

Route: La Chimanas, Juayúa, Lago Coatepeque, Vulcan de Santa Ana, El Sunzal, Laguna de Alegría, Suchitoto, San Salvador, La Palma

 

Grenzen am frühen Morgen zu überqueren, hat sich auf unserer Reise bereits mehrmals bewährt. Die Warteschlangen sind kürzer und die Abwicklung verläuft meist speditiv.

Und sollte es doch mal etwas länger andauern, gelangen wir selber nicht unter Zeitdruck. So haben wir alle Grenzformalitäten zur Ausreise in Guatemala bereits um 9.00 Uhr erledigt und müssen uns nur einen Weg durch die vielen Verkaufsstände bis zum Zollgebäude von El Salvador bahnen.

Hier werden wir freundlich empfangen. Und weil wir gut vorbereitet alle benötigten Kopien von unseren Reisedokumenten bereits mit uns haben,  wird sogar das eben erst erhaltene Ausreisedokument für Friedli gratis vor Ort kopiert!

Unerwartet häufig winken uns bereits auf den ersten Metern Menschen vom Strassenrand zu. Auf der Ruta de Flores blühen momentan leider nur wenige Blumen, was aber die Attraktivität dieser kurvigen, durch Berge führenden Strasse, nicht mindert.

Für die erste Nacht in El Salvador quartieren wir uns in Juayúa , einem bunten Bergdorf mit Kopfsteinpflasterstrassen, auf einem Hotelparkplatz ein.

Während unserer Erkundungstour durch das Dorf, erfahren wir auf der Tourist Information von einem nahe gelegenen Wasserfall. Dieser solle jedoch aus Sicherheitsgründen nur mit Begleitung der Touristenpolizei besucht werden.

Wir entschliessen uns, diese zweistündige Wanderung aus Temperaturgründen morgens um acht Uhr zu starten. Zugegebenermassen ist es schon etwas gewöhnungsbedürftig, begleitet von einem bewaffneten Sicherheitsbeauftragten zu wandern.

Wir verzichten trotz der bereits vorherrschenden 32°C auf ein kühlendes Bad bei den Wasserbecken, da unser Begleiter ständig Ausschau nach allfälligen „Banditen“ hält.

Zurück im Hotel wollen wir den umzäunten Parkplatz verlassen.

Was machen, wenn der Schlüssel nicht mehr auffindbar ist?  Ganz einfach; Beat leiht gerne sein mitgeführtes Hebeeisen dem Parkwächter aus, welcher kurzerhand das Schloss aufbricht.

 

Befreit fahren wir weiter an den Lago de Coatepeque, wo wir entspannt unser kühlendes Bad im See nachholen, und das ohne Begleitschutz.

Kurzentschlossen entscheiden wir uns für das Nachtessen im Restaurant direkt am See. So können wir den Anblick vom Santa Ana Vulkan gegenüber länger geniessen und gleichzeitig die El Salvadorianische Küche ausprobieren.

 

Nach einem heftigen Gewitter über Nacht, erstrahlen die umliegenden Vulkane wieder in herrlichem Sonnenschein.

Wir sind uns seit längerem einmal nicht einig über das heutige Tagesziel. Betty möchte direkt an die Pazifikküste und Beat möchte auf den Vulkan Santa Ana wandern. In solchen Momenten kommt unsere Euromünze zum Einsatz, welche wir zu unserem Abschied in der Schweiz als Entscheidungshilfe erhalten haben. Die Entscheidung fällt  zu Gunsten des Vulkanes aus.

Auch hier wird empfohlen, aus Sicherheitsgründen nur in Begleitung eines Führers und der Touristenpolizei den Vulkan zu besteigen. Um Elf Uhr starten wir mit einem hohen Tempo, welches vom Führer vorgegeben wird, zum zweistündigen Aufstieg. Auf dem riesigen Krater, mit einem Durchmesser von mehr als einem Kilometer, kommen wir aus dem Staunen fast nicht mehr raus! Ein türkis farbener See mit 95 grädigem Wasser liegt ca. 300 m unter uns. Vier verschiedene Kraterringe mit unterschiedlich farbigem Gestein und Geröll weisen auf die vergangen grossen Ausbrüche hin. Zum Abschluss lösen sich die tiefer liegenden Wolken auf und wir erhalten einen Fernblick bis an die Küste. Zufrieden machen wir uns auf den Rückweg. Und weil es so schön ist, übernachten wir auch gleich auf fast 2’000MüM auf einem einfachen Berg-Campingplatz mit direkter Sicht auf den leicht aktiven Vulkan Izalco.

 

Jetzt sind wir bereit für die Pazifik-Küste. Wir wählen einen Weg, der durch das Gebiet der Nahuat Pipil führt. Hier leben die meisten der 2% übrig gebliebenen Ureinwohner El Salvadors, welche mit Herzblut die steilen Hänge landwirtschaftlich nutzen.

Der Pazifik ist mittlerweile angenehm warm. Die riesigen Wellen ziehen hunderte von Surfern an, die ihre Kunststücke vorführen. Baden ist hier eher ein Krampf als Entspannung.

 

Das schwülwarme Klima an der Küste tauschen wir nach 2 Tagen gerne gegen ein angenehmes Lüftchen an der Laguna de Alegria ein. Hierbei handelt es sich um einen weiteren Kratersee, an welchem wir mit Friedli direkt übernachten können. Je nach Windrichtung riecht es etwas schweflig. Die Aussicht, die angenehme Temperatur und das besondere einmalige Erlebnis, in einem Vulkan zu parken, machen das aber locker wieder Wett, so dass wir das gerne in Kauf nehmen.

Als wir am Morgen den Park verlassen möchten, erleben wir die El Salvadorianische Gemütlichkeit. Wir stehen einmal mehr vor einem verschlossenen Tor, welches um 8.00 Uhr geöffnet werden sollte. Ein Parkwächter trifft ca. 10 Minuten später ein, jedoch ohne Schlüssel. Er lächelt freundlich und erklärt uns, dass sein Kollege den Schlüssel erst noch abholen müsse. Kurz vor halb neun Uhr ist der Schlüssel organisiert und wir wieder on the road.         

 

Auf der Fahrt zu unserem nächsten Ziel Suchitoto, erleben wir wie Autofahren auf engstem Raum funktioniert. Der ganze Verkehr zwängt sich mitten durch enge Gassen. Dies hindert einen Lastwagenchauffeur jedoch nicht daran, seine Getränkekisten einfach mitten auf der Strasse zu entladen und in einer Seelenruhe dem nahe gelegenen Restaurant zu liefern. Während dessen schliessen alle Personenwagen, Busse, Lastwagen dicht auf und in die kleinsten Freiräume quetschen sich noch unzählige Tuktukfahrer, bis keiner mehr vorwärts kommt. Auch durch ständiges Hupen werden die Strassen nicht breiter, oder doch? Erst als der Lastwagenfahrer seinen Truck um einige Zentimeter nach vorne bewegt und sich wartende Beifahrer als Lotsen engagieren, werden Zentimeter genau Fahrzeuge aneinander vorbei manövriert und der Verkehr kommt langsam wieder ins Rollen.

So erreichen wir schweissgebadet das schmucke Städtchen Suchitoto mit seinen vielen farbigen Gebäuden und der strahlend weissen Kirche.

 

Mit viel Enthusiasmus werden wir auf der Tourist Information auf einige lokale Kunsthandwerker und Museen hingewiesen. Doch Beats Augen erspähen ein Foto von

den nahe gelegenen Cascada los Tercios. Dieser Wasserfall ergiesst sich über eine Klippe aus dicht zusammengepressten sechseckigen Basaltsäulen, die bis zu 10 Meter hoch aufragen. Wie gewohnt dürfen diese aus Sicherheitsgründen nur mit Polizeischutz besichtigt werden.

 

Während des Gesprächs mit dem Besitzer unseres Übernachtungsplatzes, werden wir auf die Schönheit des Vulkanes San Salvador aufmerksam gemacht. So fahren wir am nächsten Morgen nicht wie geplant an die Grenze zu Honduras, sondern zurück, quer durch die Hauptstadt San Salvador. Auf einem Supermarktparkplatz werden wir von Rafael, einem El Salvadorianer, auf Deutsch angesprochen. Nach einem kurzen Gespräch bietet er uns spontan an, die 10 Kilometer bis zum Vulkan San Salvador voraus zu fahren. Einmal mehr sind wir überwältigt von der Spontanität und Freundlichkeit der Einheimischen. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an Rafael.

Der Vulkan San Salvador hat zwei Kraterringe. Der Grössere weist einen Durchmesser von über einem Kilometer auf und ist bewaldet. Der zweite Kegel ist perfekt symetrisch, liegt 300 m tiefer und ist nur 45 m hoch.

 

Nach diesem weiteren Vulkanerlebnis verlassen wir El Salvador nach 8 Tagen, um Honduras kennen zu lernen.

 

Wir waren 1277 Tage unterwegs

 

und sind am 17. November 2018

wohlerhalten in der Heimat angekommen.

 

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