Manitoba & Saskatchewan          (Kanada)

Die 1000 km  durch Manitoba und Saskatchewan sind mehrheitlich flach und Kurven sind nur selten zu finden. Die letzten 12 Tage  sind geprägt von Besuchen bei Schweizer Auswanderern und tierischen Begegnungen. Beats Highlight ist ohne Frage der 6 tägige Besuch auf der Farm, seine funkelnden Augen beim Fahren der Traktoren sprechen Bände. Ein Bubentraum ging in Erfüllung.

Mit dem Wechsel von Ontario nach Manitoba ändert sich auch fast Zeitgleich die Landschaft. Es wird flach. Nach hunderten Kilometern mehrheitlich bewaldetem Gebiet, fahren wir nun auf schnurgeraden, schachbrettförmig angelegten Strassen, riesigen Getreidefelder entlang. Kurz vor Winnipeg überqueren wir den geografischen Ost/West Mittelpunkt Kanadas, welcher mit einer Tafel „Longitudinal Center of Canada  90°48`35“, am Highway gekennzeichnet ist. Seit unserem Start in Halifax haben wir mittlerweile 6’000 km zurückgelegt.

 

Winnipeg gilt als die einzige „echte“ Grossstadt zwischen Toronto (2’100km) und Calgery/Edmonton (1’300km) und wird als wirtschaftliches und kulturelles Zentrum weit über die Provinzgrenze hinaus genutzt.

Viele grüne Parks, der Exchange District und „The Forks Market“, der in einen attraktiven Freizeitpark umgewandelte, ehemalige Rangierbahnhof am Red River mit vielen Restaurants und Läden, laden zum verweilen ein. Aufgrund der bis zu -40°C kalten Wintern in Central-Kanadas, sind die grossen Einkaufscentren auch hier jeweils verbunden miteinander und lassen das Bummeln schier endlos werden.

 

In Winnipeg Beach besuchen wir unserer Reisebekanntschaft von Prince Edward Island, ein aus der Schweiz und Deutschland vor 40 Jahren ausgewandertes Paar.

Wir verbringen drei gemeinsame tolle Tage zusammen und profitieren enorm viel von ihrem Wissen über Kanadas Geschichte und Kultur. Gemeinsam tauchen wir im „Lower Fort Garry“ in die Vergangenheit ein. Dies ist ein Gewerbegebiet der Hudson`s Bay Company, welches im Jahre 1860 genutzt wurde und heute mit original verkleidetem Personal als Museum dient.

Ebenfalls ermöglicht es uns einen Besuch bei einem Künstlerehepaar, das abgelegen ohne Strom lebt und Tontöpfe nach alter Tradition herstellt. Während unseres Besuches werden gerade im selbst gebauten Ofen die Kunstwerke gebrannt. Dafür muss der Ofen eingeheizt und danach während 24 Std auf Temperatur gehalten werden.

Hierfür muss ca. alle 5 Minuten ein Holzscheit nachgelegt werden. Zur Kontrolle der Temperatur dient einerseits der Rauch und andererseits drei Glastücke im Ofen, die unterschiedliche Schmelzpunkte haben.

 

Der Abschied bei strömendem Regen fällt uns schwer. Doch wir nutzen das Wetter und fahren über riesige Ebenen ohne viele Kurven bis zum Riding Mountain National Park.

 

Kaum im Park angekommen werden wir dafür belohnt. Direkt am Strassenrand steht eine Bärenmutter mit ihrem Jungen. Wir schalten den Motor aus und beobachten die beiden aus nächster Nähe. Sie scheinen sich durch unsere Anwesenheit nicht gestört zu fühlen. Dafür wird unser Friedli in aller Ruhe inspiziert. Die Bärenmutter beschnuppert rundum unser Fahrzeug. Betty kann beim Anblick Auge in Auge mit der Bärin fast nicht mehr Schnaufen, während Beat ruhig Fotos macht, ehe wir nach ca. 20 Minuten weiterfahren. Zufrieden machen wir es uns auf dem kleinen Campground in mitten des Parkes, direkt am Lake Audi, gemütlich. Am nächsten morgen sind wir bereit fürs nächste Abenteuer. Wir fahren durch das 10 x 20 km grosse Bisongehege und können dabei diese grossen, kraftvollen Tiere, teils aus nächster Nähe, beobachten. Innerhalb 24 Stunden sahen wir 11 Bären (davon 5 Jungtiere) und 12 Bisons. Einfach Fantastisch!

 

Unser nächstes Ziel heisst Roblin, direkt an der Grenze zu Saskatchewan. Dort treffen wir Sven Häfelfinger aus Wintersingen, welcher sich gerade auf einer Farm aufhält. Für Beat geht ein lang ersehnter Traum in Erfüllung.  Alleine der Anblick der bis zu 600 PS starken Traktoren und riesigen Maschinen lässt ihn strahlen wie ein Maienkäfer.  Erst recht als er selber mit der einen oder andern Maschine fahren darf.

 

Für die aus der Schweiz ausgewanderte Farmerfamilie ist der Erfolg stark vom Wetter abhängig. So sanken die Temperaturen während unserer ersten Nacht auf der Farm auf Minus 5 Grad.  Dies hatte zur Folge, dass sämtlicher Raps verfror und eine Fläche von ca. 350ha neu angesät werden musste. Wir boten unsere Mithilfe an und packten an wo wir konnten. Beat schmiert die Maschinen, bringt Diesel zu den Traktoren und pickt  Steine vom Land. Betty hilft im Haushalt der Farmerin, welche gerade infolge Kniescheibenbruch  an Stöcken geht und versorgt alle mit Essen und Trinken.

Dabei lernt sie die Tochter der Farmerfamilie kennen, welche als Lehrerin im Dorf arbeitet.

Sie darf die Lehrerin einen ganzen Tag  begleiten und erhält so einen Einblick ins kanadische Schulsystem. Gleich zu Beginn fallen ihr einige Unterschiede zum schweizerischen Schulsystem auf. So z.B. stehen die Kinder morgens bei Schulbeginn auf und singen die Nationalhymne, welche aus einem Lautsprecher ertönt, mit. Das selbst gewährte Mittagessen nehmen alle Kinder in der Schule ein. Die Schüler arbeiten sehr selbständig. Sie lesen Texte am Computer und beantworten danach Fragen dazu, welches ihnen ein individuelles Lern und Lesetempo ermöglicht.

 

Nach 6 eindrücklichen Tagen auf der Farm zieht es uns weiter. Wir verlassen Manitoba Richtung Saskatchewan und fahren bis Saskatoon.  Dort können wir gerade einem Sportanlass der besonderen Art beiwohnen. Chuck Wagon Racing ist ein Pferdewagenrennen, bei welchem zu jedem  Wagen zwei einzelne Reiter gehören. Die genauen Regeln haben wir bis zum Schluss nicht Verstanden. Doch wissen wir mit Sicherheit, es geht um Geschwindigkeit und Geschicklichkeit.

Faszinierend wie schnell ein Vierspänner-Wagen starten kann und dazu so viel Staub aufwirbelt.

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