Ontario (Kanada)

Während 8 Tagen durchqueren wir die Provinz Ontario grösstenteils  entlang dem Lake Superior auf dem Trans Canadien Highway. Die letzten 2250 km führten uns durch viele Wälder und Anhöhen welche uns Ausblicke  über die märchenhafte Seeenlandschaft ermöglichten.

In der Hauptstatt Kanadas in Ottowa quartieren wir uns das erste Mal auf dem  Walmart-Parkplatz ein. Es handelt sich dabei um eine Einkaufskette, welche bekannt dafür ist dass overnight-parkieren erlaubt ist. Wir treffen auf den ersten Langzeitreisenden und verbringen zwei gemütliche Abende zusammen. Da in Kanada der Alkoholkonsum im Freien untersagt ist, tun wir es unserem Begleiter gleich, wir funktionieren die Blickdichten Tim Hortenstassen kurzerhand um in Wein und Bierglas.

Bei sommerlichen 26 Grad flanieren wir tagsüber durch die überschaubare Stadt. Der Ottawa River mit den Uferparks und dem Rideau Canal mit dem Schleusenpark zwischen Parlamenthill und dem Chateau Laurier und die vielen Grünanlagen sorgen für ein aufgelockertes Stadtbild. Während unserem Aufenthalt findet gerade das jährliche „Canadien Tulip Festival“ (Kanadisches Tulpenfestival) statt. Vor 70 Jahren hat die  holländische Königsfamilie  der Stadt Ottowa 100 Tulpenzwiebeln geschenkt als Dank dass Kanada ihr und anderen holländischen Bürgern im 2. Weltkrieg Zuflucht gewährte. Dies wird mit dem Tulpenfestival jährlich zelebriert.

Beats suche nach dem passenden aufblasbaren Kanu bleibt leider erfolglos, trotzdem heisst es für uns Abschiednehmen, wir sind uns bewusst dass noch einige Kilometer vor uns liegen bis zu unserem Ziel: „ALASKA im Juli zu bereisen“.

Wir erhöhen unsere Tageskilometerzahl auf für uns hohe 300-350 Kilometer. Für Kanadische Reisende ist das noch lange keine Tagesetape. Treffen wir doch nachmittags um vier Uhr an unserem Übernachtungsort einen Kanadier welcher noch Fotos macht und danach weiterfährt, er  hat noch 400km vor sich, da er zum Nachtessen mit seinem Sohn verabredet ist.


Wir übernachten so oft es geht am Wasser, die Stimmungen bei Sonnenuntergang oder morgenlichem Nebel faszinieren uns. Wir haben uns wieder gut eingelebt im Friedli und unseren Reiserythmus gefunden. Wir erwachen  morgens zunehmend früher, dies ermöglicht es Beat den Sonnenaufgang mit der Linse einzufangen. Wir duschen sogar das erste mal im Friedli ohne den Boiler zu benutzen und geniessen das herrlich erfrischende Wasser. Bei Northshore stossen wir auf den Lake Superior welchem wir nun für ca. 800km folgen. Der See gilt als grösster Frischwassersee der Welt.

An unserem 365 Reisetag steht das Glück auf unserer Seite, wir sehen das erste Moose (Elch) und können dies aus dem Auto eine ganze Weile beobachten.

Wir sind glücklich und zufrieden gemeinsam on the Road zu sein und haben in den letzten 365 Tagen viele tolle Momente erlebt. Wir sind uns einig, für uns war es der richtige Weg zuerst in aller Ruhe ein Teil Europas zu bereisen und Erfahrungen zu sammeln, Friedli nochmals unseren Bedürfnissen anzupassen in der Schweiz und nun als eingespieltes Team einen neuen Kontinent zu bereisen.

Auf dem Highway fallen uns gelbe Schilder auf mit Pferdekarren auf. Wir wundern uns was es damit wohl auf sich hat und können uns nur schwer vorstellen dass hier neben dem Verkehr und den vielen Lastwagen auch Pferde ihren Platz finden. Kurze Zeit später werden  wir eines besseren belehrt, da tuckerlt doch wirklich ein Pferdekarren auf dem Pannestreifen des Highway. Es handelt sich dabei um Mennonniten, eine religiöse Gemeinschaft welche hier oft anzutreffen ist.

 

Die Entfernungen auf den Tafeln am Strassenrand sind neu nicht mehr in Kilometern angegeben sondern in Stunden. Dies fällt auch im Gespräch mit Kanadiern auf, oft sprechen sie wenn es um Entfernungen geht von einem „1houer drive“ (1 Stunde Fahrzeit)

86 km vor Thunderbay wechselt der Highway seinen Namen, er wird hier zu Ehren von Terry Fox „Terry Fox Courage Highway“ genannt. Mit 18 Jahren hat Terry Fox durch ein Krebsleiden ein Bein verloren und trug seitdem eine Prothese. Er hat seinen Lebensmut jedoch mit der Beinamputation nicht verloren und startet den Marathon of Hope (Maraton der Hoffnung)  auf Newfundland mit dem Ziel Kanada auf dem Trans Canada Highway zu durchqueren und damit Geld für die Krebsforschung zu sammeln. Nach 143 Tagen und sagenhaften 5373 km musste er seinen Lauf kurz vor Thunderbay aus gesundheitlichen Gründen abbrechen und ist mit 22 Jahren verstorben.


Wir überqueren weiteres Mal auf unserer Reise eine Zeitzone. Neu befinden wir uns in der Zentral-Standart-Zeit und gewinnen eine weitere Stunde. Trotzdem sind wir müde und auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Wir halten bei der nächsten Tankstelle und fragen den freundlichen Herrn ob wir hier übernachten können, er nickt und wünscht uns lächelnd eine ruhige Nacht. Neben uns übernachten noch einige Lastwagen auf dem Platz, im unterschied zu uns, stellen sie jedoch den Motor nicht ab. Mehr oder weniger ausgeruht machen wir uns am nächsten morgen auf den Weg nach Dryden wo wir bei einem Spaziergang mehrere Rehe aus nächster Nähe beobachten können. Wir überqueren einen Damm und werden von einem Einheimischen auf die Schildkröten aufmerksam gemacht die sich hier Sonnen. Wir geniessen den Anblick dieser kleinen farbenfrohen Panzertiere in der freien Natur.

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