New Brunswick & PEI (Kanada)

Nach 1’100km verlassen wir Prince Edward Island und New Brunswick um die Provinz Quebec kennen zu lernen. Wir haben in den letzten 8 Tagen eindrückliche Naturschauspiele beobachtet, an tollen Orten übernachtet und die ersten Wildtiere aus nächster Nähe beobachtet.

Unser ursprünglicher Plan, direkt mit der Fähre von Caribou zur Ostseite der Prince Edward Insel zu gelangen und diese am Ende auf der Westseite via Strassenbrücke zu verlassen, konnten wir infolge der tiefen Temperaturen und dem immer noch treibenden Eises, nicht einhalten. So wurden wir gezwungen, einen kleinen Umweg von ca. 240 Km entlang dem Sunset-Trail zu fahren.

Mit anfänglich etwas mulmigem Gefühl fahren wir über die 13 km lange Confederations-Bridge, welche im Jahre 1993-96 erbaut wurde und als Weltweit längste Brücke, die über komplett gefrorenes Gewässer führt, gilt. Anfänglich können wir die Brücke, infolge leichter Nebelschwaden, nicht in voller Länge sehen, was die Spannung zusätzlich steigen liess. Doch alles geht gut und wir kommen sicher auf der Insel an, wo wir erstmals einen Stopp bei der Tourist Information einlegen.

 

Die Prince Edward Island, wird von der einheimischen Bevölkerung liebevoll nur P.E.I genannt und gilt als Geburtsstätte Kanadas. Dies wird heute noch mit „Birthplace of Confederation“ auf den Nummernschildern der Autos zum Ausdruck gebracht.

Nach der langen Fahrt möchten wir noch kurz Lebensmittel einkaufen und danach einen Platz zum Übernachten finden. Schon werden wir an der Kasse im Supermarkt von einer freundlichen, älteren Dame angesprochen. Nach einer kurzen Unterhaltung anerbietet sie uns spontan, bei ihr auf dem Parkplatz zu übernachten, welches wir sofort annehmen. Dabei erfahren wir erneut viel über Land und Leute und können ihr einzigartiges Haus, welches etwas ausserhalb von Kensington liegt, besichtigen.

Sie erzählt uns vom ausserordentlichen harten Winter, mit bis zu zwei Meter hoher Schneedecke, der sich langsam dem Ende zu neigt. Einmal habe sie ein Nachbar mittels Schneefräse befreien müssen, da sie und ihr Hund morgens die Haustüre von innen nicht mehr öffnen konnte. Wir uns dies nur schwer vorstellen.

 

Im Prince Edward Island Park können wir mehrere hungrige Füchse beobachten, die ungestört auf Mäusejagt sind. Einer der Füchse präsentiert uns seinen Fang springend, während wir mit ca. 3 Meter Abstand langsam neben ihm herfahren. Beat spricht zu ihm und er scheint sogar aufmerksam zu zuhören. Ein eindrückliches Erlebnis.

Etwas weiter halten wir an der Covehaed Bay, einer Sanddüne mit angrenzendem Hafengelände. Dort unterhalten wir uns mit einem Fischer, der gerade die letzten Vorbereitungen für den Start der Lobstersaison trifft und lassen uns die ausgeklügelten Fischerfallen erklären. Die Saison auf P.E.I dauert genau 2 Monate und, wen wundert’s, dieses Jahr startet sie infolge des vielen Eises im Meer verspätet.

 

Unser Highlight auf P.E.I ist die Übernachtung am Leuchtturm des East-Points. Bei strahlendem Sonnenschein erreichen wir die spitzige Nase im späten Nachmittag. Wir können einem Naturschauspiel der besonderen Art beiwohnen. Riesige Eismassen ziehen bogenförmig, ca. 260 Grad, an uns vorbei. Immer wieder bis spät in die Nacht,  zieht es uns nach Draussen, um dieses Schauspiel fotografisch festzuhalten. Welch ausserordentliches Glück wir hatten, zeigt sich bereits beim Sonnenaufgang, morgens um sechs Uhr. Geschätzt ca. 70% des Eises ist verschwunden. Die Fischer wird’s freuen und wir waren einmal mehr zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

 

Auf dem Weg nach Charlotten, der Hauptstatt der Insel, sehen wir einen Feuerwehrmann,  der gerade ein Feuerwehrauto auf dem Vorplatz wäscht. Wir stoppen kurzerhand und fragen ihn, ob wir ein Foto machen dürfen. Neben der Erlaubnis erhalten wir noch zusätzlich eine Führung durch das ganze Feuerwehrmagazin und erfahren so, viel, über die freiwillige Feuerwehr in Kanada. Was besonders für Beat von grossem Interesse ist.

 

Nach einer kurzen Besichtigung von Charlotten, übernachten wir ein letztes Mal auf der Insel. Diesmal mit direktem Blick auf die Confederations-Brücke bei herrlichem Sonnenschein, was Beat fototechnisch natürlich ausnutzt. Unser nächstes Ziel ist Dieppe in New Brunswick, wo wir mit Fredericke und Gary, welche wir bereits in Halifax kurz getroffen haben, verabredet sind.

Sie fahren mit ihrem Land Rover ebenfalls bis nach Alaska hoch. Wir sind gespannt, was sie in der Zwischenzeit bereits erlebt haben und freuen uns sie wieder zu sehen. Bei Sonnenschein und erstmaligen 26°C trinken wir Kaffee in kurzen Hosen und T-Shirt auf der Terrasse bei Garys Schwester und haben uns viel zu erzählen.  

Im nahe gelegenen Moncton, erwartet uns das nächste grosse Naturschauspiel. Aufgrund der Weltweit grössten Tidenhube (Unterschied zwischen Ebbe und Flut) in der trichterförmigen Bay of Fundy, der Spitzenwert liegt hier bei 21 Meter und beträgt durchschnittlich 12-15 Meter, kommt es am Peticodiacriver zwei mal täglich zu einem mächtigen Gezeitenstrom.  Dieser schiebt eine bis zu 6 Meter hohe Welle den 37 Km langen Flussarm hoch.  Wie so oft, konnten wir diesem Spektakel bei herrlichem Sonnenschein beiwohnen und waren beeindruckt über diese gigantischen Wassermassen, die den Flusspegel innert zwei Stunden um 4 Meter ansteigen lässt.

Etwas weiter Flussabwärts bestaunen wir die „Hopewell Rocks“. Diese Felsen stehen wie Blumentöpfe im Wasser und können bei Ebbe und etwas Vorsicht, da der Boden sehr sumpfig ist, zu Fuss umwandert werden. Wir nützen die Gelegenheit und schlafen direkt an der Bucht. So können wir hautnah den Unterschied der Gezeiten  miterleben und sind unends begeistert was die Natur hier zu bieten hat.

 

Unser nächstes Ziel ist nun die Halbinsel von Gaspé. Auf der Fahrt dorthin legen wir einen Halt, an der ausnahmsweise geöffneten Tourist Information in Bathurst ein. Dank der tollen Beratung erhalten wir sogar eine Privatführung im Daly Point Nature Reserve Park. So erfahren wir viel über die einheimischen Tiere und Pflanzen und Betty lässt die hungrigen Meisen Sonnenblumenkernen direkt aus der ausgestreckten Handfläche picken. Die etwas scheueren Eichhörnchen hohlen sich die Kernen von unseren Schuhen und fressen diese dann in sicherer Entfernung.

Die letzte Nacht in New Brunswick verbringen wir erneut direkt am Meer und geniessen eine traumhafte Aussicht bevor wir in Campellton den Grenzfluss Risitgouche nach Quebec überqueren.

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