Spanien


 Wir verlassen Portugal ungewohnt schnell via Autobahn und fahren direkt, an Sevilla vorbei, nach Marbella. Dort treffen wir Beat’s Bruder Dindli und Carmen, welche uns für eine Woche besuchen kommen. Als Unterkunft dient ein Bungalow etwas ausserhalb auf einem Zeltplatz. So können wir Friedli direkt daneben Parken und viel Zeit miteinander verbringen.

Gemeinsam erkunden wir die gemütlichen Altstädte von Marbella und Malaga. Entdecken kleine Dörfchen im bergigen Hinterland, wo wir auch die eine oder andere Wanderung unternehmen. Die sonnigen Tage lassen wir mit Sangria und leckeren Tapas ausklingen.

 

Am Silvesterabend kommen bei selbstgemachtem „Zürigschnätzlätem mit Rösti“ gerade etwas Heimatgefühle auf.  Das anschliessende Anstossen auf das neue Jahr, direkt am Strand, war für alle etwas Aussergewöhnliches.

Die Zeit vergeht wie im Fluge und schon heisst es am 3. Januar 2015 Abschied nehmen.

Nach einer Woche stationär, reisen wir wie gewohnt zu zweit weiter Richtung südlichstem Punkt Spaniens. Wir beobachten im felsigen Gebierge von Casares, hunderte Geier, die über uns kreisen und uns die Zeit vergessen lassen. Aus einem kurzen Halt wird ein zweitägiger Aufenthalt mit eingehender Studie und etlichen Fotos.

Unser nächstes Ziel heisst Gibraltar (GB), welches wir mit den Fahrrädern von La Linea (SP) erkunden. Bereits die Fahrt über die Grenze ist abenteuerlich und weltweit einzigartig, da sie quer über das Rollfeld des Flughafens führt. Während den durchschnittlichen drei Starts und Landungen täglich,  wird die Strasse mittels Barriere gesperrt.

 

Wir erklimmen mit den Fahrrädern den „Affenberg“.  Laut einer Sage soll Gibraltar beim Ableben des letzten Affens automatisch wieder in spanischen Besitz übergehen. Dies wird wohl in nächster Zeit nicht geschehen; stehen wir doch mit unseren Fahrrädern mehrmals unverhofft in Mitten einer Schaar kreischender Affen, wo sich auch einige Jungtiere darunter befanden.

 

Während wir uns einen Apéro in einem kleinen Restaurant gönnen, feiern viele spanische Familien den drei Königstag. Zusätzlich zum uns bekannten Brauch des Dreikönigskuchens, erhalten die Kinder ihre Weihnachtsgeschenke, welche in der Nacht davor von den 3 Königen gebracht wurden.

Uns zieht es weiter der Küste entlang nach Tarifa. Hier, am südlichsten Punkt Europas, treffen das mediterrane Mittelmeer und der Atlantik aufeinander. Dies kann auf dem 200 Meter langen Damm zur Isla de las Palomas auf eindrückliche Weise beobachtet werden. Zudem kann man bei guter Sicht den afrikanischen Kontinent von blossem Auge sehen.

 

Auf dem von uns gewählten Stellplatz direkt am Meer, treffen wir auf viele andere Reisende. Vom grossen Offroad-Lastwagen, welcher sich auf der Durchreise nach Marroko befindet, über die pensionierten Wohnmobilisten mit ihren grossen Gefährten, in denen sie den Winter im Süden verbringen, bis zum einfachen Surfer-Büssli, welche die ausgesprochen guten Windverhältnisse für ihr Hobby nutzen. Wir geniessen die Sonne und  die Weite des 10km  langen Sandstrandes und beobachten dabei an die 100 Kitsurfer, welche kollisionsfrei im Wind herum wirbeln.

 

Nun heisst es für uns seit langem wieder „nordwärts“ zu fahren. Entlang der westlichen Küste Richtung Cadiz gelangen wir ins Gebiet des Sherry’s. Wir nützen die Gelegenheit in Sanlucar de Barrameda und tauchen ab in die Wissenschaft der Sherryproduktion. Eine wichtige Rolle spielt dabei der hier stark Kalk- und Kreidehaltige Boden. Uns wird die Spezialität dieser Region, der Manzanilla, zum probieren angeboten. Mit aufgefüllter Bordbar fahren wir weiter nach Arcos de la Frontera, einem der sogenannten weissen Dörfer, welche an steile Berghänge gebaut sind. Ihre, mit kalk bemalten weissen Fassaden,  erstrahlen im Sonnenlicht von weitem. Wir erkunden die schmalen Gassen der Altstadt zu Fuss. Für Friedli wäre ein Durchkommen definitiv nicht möglich. Unglaublich durch welch  enge, steile Gassen  die Anwohner ihre Autos durchmanövrieren und parken. Zugegeben, die vielen Kratzer und Beulen sind auch nicht zu übersehen.

 

Als nächstes lassen wir uns von der Grossstadt Sevilla inspirieren. Beeindruckende Gebäude wie den Placa de Espania oder die Kathedrale verzaubern uns genauso wie das bummeln in der Fussgängerzone, wo die gemütlichen Restaurants und Bars einen einladenden, lebhaften Eindruck machen.

In Cordoba machen wir gerne vom Angebot, „freien Eintritt für Frühaufsteher“ gebrauch. So ersparen wir uns die Eintrittskosten zur Mezquita-Kathedrale.

Nach einem Bummel durch die Altstadt gönnen wir uns noch ein arabisches Bad mit Massage, da es mittlerweile leicht zu nieseln begonnen hat.

Auf dem Weg nach Alhama de Grananda sehen wir tausende von Olivenbäumen, welche in Plantagen in Reih und Glied, in dem hügeligen Gelände, angebaut sind. Unwissend versuchen wir eine reife Olive zu essen. Diese schmeckt jedoch eher ungeniessbar. Im Nachhinein erfahren wir, dass Oliven erst geniessbar werden, nachdem sie eingeritzt und in einer Salzlauge eingelegt wurden.

Kurz nach unserer Ankunft in Alhama de Granada auf 800 Meter über Meer, beginnt es zu schneien. Einmal mehr schätzen wir es, mit „Friedli“ ein gut isoliertes und gemütliches Zuhause mit einer funktionierenden Standheizung zu haben. Wir kochen einen warmen Tee und beobachten das Schneetreiben. Am nächsten Morgen machen wir einen Winterspaziergang mit 5 cm Schnee durch die nahe gelgene Schlucht. Anschlissend wärmen wir uns auf in den 47° C heissen Quellen, die frei zugänglich, etwas ausserhalb vom Dorf liegen.

So kommt es, dass wir in dieser traumhaften Landschaft zwei weitere Nächte verbringen und Beat’s 47. Geburtstag einmalig feiern. Nach einem gemütlichen Frühstück im Bett, sind wir bereits um 9.00 Uhr, bei minus 2°C Aussentempreratur, in den heissen Quellen und geniessen diese für eine Stunde alleine.

Aufgewärmt fahren wir nach Santa Fee, wo sich ebenfalls eine heisse Schwefelquelle befindet.  Diese ist nur über eine Offroadpiste zugänglich, was Beat’s Herz gleich höher schlagen lässt. So genehmigen wir uns ein weiteres Geburtstags- und Sonnenbad, diesmal mit Aussicht auf die schneebedeckte Sierra Nevada.

Nachdem wir von einem Einheimischen gewarnt werden, dass hier oft bandenmässige Diebstähle verübt werden, entscheiden wir uns, die Nacht in Granada auf einem Campingplatz zu verbringen.

 

Nun ist es an der Zeit, Friedli auf seine Wintertauglichkeit zu testen. So machen wir uns am Samstag, mit  duzenden Spanier, auf den Weg in die Sierra Nevada. Am Strassenrand werden Handschuhe, Mützen und „Schneebobs“ verkauft. Auf 2’300MüM. stationieren wir Friedli und machen uns bereit, für eine windige, kalte Nacht, in mitten der weiss glitzernden Berge. Vorbeugend wird Friedlis Kühlergrill mit einer Decke vor dem Wind geschützt.  Wir sind überwältigt von der Aussicht, die wir hier oben, in Mitten der Skiarena geniessen können.

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