Frankreich

Nach ca. 2500km verlassen wir Frankreich um weiter nach Spanien zu ziehen. Wir haben in den letzten 21 Tagen viele Dünen bestiegen, Salzseen bewundert und sind in die Geschichte der Weltkriege eingetaucht. Geprägt wurde diese Zeit von abwechselndem Herbstwetter, von Sonnenschein, über heftigen Regen und stürmische Winde, alles vorhanden.

Mit der Einreise nach Frankreich in Calais steigen die Temperaturen auf angenehme 20-22°C und der Wind nimmt vorerst etwas ab. Dies nutzen wir sofort für einen Strandspaziergang in kurzen Hosen, ohne Schuhe und  geniessen ein Picknick in den Sanddünen.

Die Umstellung auf Rechtsverkehr klappt prima. Das Fahren ohne Hecken am Strassenrand macht das vorwärtskommen trotz teils schmalen, unebenen Nebenstrassen angenehmer.

Auf dem Weg Richtung Süden planen wir Friedli’s mehr als verdienten 100`000 Km Service, in der Toyota-Garage in Le Havre, ein. Beat wäre gerne beim Service dabei gewesen, damit er mehr von der Toyota Technik verstehen kann. Dies wird jedoch von der Garage vehement abgelehnt. Wir akzeptieren diese Haltung schweren Herzens. Bestehen jedoch darauf, uns die gebrauchten Teile auszuhändigen. So haben wir neben Öl-, Diesel- und Luftfilter, nun auch zusätzliche Keil- und Zahnriemen als Ersatzteile im Gepäck.

So geben wir mit etwas gemischten Gefühlen Friedli’s Schlüssel, das erste Mal seid wir unterwegs sind, in Fremde Hände.

Wir nützen die Zeit für eine Stadtbesichtigung. Neben Einkaufszentren zieht es uns vor allem in die spezielle St. Joseph Kirche. Diese im ersten Weltkrieg total zerstörte Kirche, wurde ausschliesslich mit 50.000t Beton und 700t Stahl wieder aufgebaut. Der 107 Meter hohe Kirchturm ist innen hohl. Die Kirchenfenster bestehen aus 12.768 farbigen Gläsern was die Kirche trotz des vielen Betons nicht kalt erscheinen lässt.

Nach der vereinbarten Zeit hohlen wir Friedli aus der Garage ab und sind glücklich und zufrieden, dass alles gut geklappt hat und die Schlüssel wieder in unserem Besitz sind.

Auf der Weiterfahrt durch die Normandie, zwischen Caen und Cherbourg, begeben wir uns auf die Spuren „Der Landung der Alliierten“ während des 2. Weltkrieges. In über 40 Museen, Gedenkstätten und Sehenswürdigkeiten wird all den Männern und Frauen die im Namen der Freiheit, des Friedens und der Wiederversöhnung gekämpft hatten, die Ehre zu teil. Beat taucht ab in die Geschichte und erfährt so viel über die Art und Weise der Kriegsführung sowie das Leben der Soldaten und der Zivilbevölkerung in jener Zeit.

Während der Kampfhandlungen im Sommer 1944 verloren nahezu 100`000 Soldaten ihr Leben. Ein Teil von ihnen wurde ins Herkunftsland zurücktransportiert. Die grosse Mehrheit jedoch wurde auf normannischem Boden in 27 Friedhöfen bestattet. Wir besichtigen über dem Omaha-Beach einen Amerikanischen Friedhof, auf welchem die 9’387 gefallenen US-Soldaten auf die schönst mögliche Art geehrt werden.

Wir durchfahren viele kleine, typische französische Dörfchen mit ihren farbigen Riegelbauten, in welchen es herrlich nach Baguette duftet. An den diversen Märkten können wir nicht wiederstehen und decken uns mit lokalen Köstlichkeiten ein. Wir kosten Calvados und entdecken eine „Frauenvariante“ welche eher süsslich ist und so Bettys Geschmack entspricht. An der Grenze zur Bretagne besuchen wir die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Insel Mont Saint-Michel. Die Felseninsel mit einem Umfang von fast einem Kilometer erhebt sich 80 m hoch über dem Meer und ist durch eine Brücke mit der Bucht verbunden. Zur Zeit der Springfluten, zweimal im Monat, bietet die steigende Flut ein grossartiges Schauspiel. Der Tidenhub ist der grösste Europas!

Weiter in Ploumanac’h spazieren wir über riesige, rosa Granitsteine, die als besonderes Merkmal der Bretagne gelten und über Jahrhunderte abgebaut wurden.

Immer wieder fahren wir an Salzgewinnungsbecken und Austernfarmen entlang der Küste. Auf der Suche nach neuen Fotoperspektiven, nutzen wir hier auch mal diejenige durchs offene Dachfenster während dem Fahren. So wird Friedli zu einer absoluten Attraktion.

Die Landzunge bei Quiberon ist dem Wind stark ausgesetzt, so dass die Wellen sich überschlagen und heftig tosend an den Felsen zerschellen. Wir geniessen das Naturschauspiel für kurze Zeit und ziehen einen Übernachtungsplatz im Inneren des Landes vor.

Der Herbst mit den kälteren Temperaturen und den Herbsttürmen hat uns nun definitiv eingeholt. Der nächtliche Regen der lautstark auf Friedlis Dach runter prasselt wird nicht von allen als gleich angenehm empfunden. So beschliessen wir die Tageskilometeranzahl etwas zu erhöhen um schneller Richtung Süden zu kommen und so den Herbststürmen etwas zu entfliehen.

Am Bassin D`Arcachon legen wir trotzdem noch einen Stopp ein und besteigen die Düne von Pilat. Mit einer Höhe von 108 Metern, gilt sie als höchste Wanderdüne Europas. Umrahmt ist die Düne auf der einen Seite mit einem riesigen Pinienwald und auf der anderen Seite ragt sie ins Meer.

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